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Fische mit besonderen Ansprüchen
Während die meisten Aquarienfische auch in ihren natürlichen Lebensräumen starken Schwankungen in der Beschaffenheit der Gewässer unterliegen und deshalb recht anpassungsfähig sind, gibt es einige sogenannte stenöke Arten, die so stark an die Bedingungen ihrer Heimatbiotope angepasst sind, dass sie Abweichungen nur in bedingtem Maße tolerieren. Wir möchten hier einige dieser Spezialisten vorstellen:
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Zwergbuntbarsche des
Schwarzwassers |
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Die
Zwergbuntbarsche der Gattung Apistogramma stellen eine der
artenreichsten Cichliden-Gattungen des südamerikanischen Kontinents dar.
Einige robuste Arten gehören mittlerweile zum Standard-Sortiment des
Zoofachhandels, so z.B. der Kakadu-Zwergbuntbarsch (Apistogramma
cacatoides) oder der Gelbe Zwergbuntbarsch (A. borelli). Daneben
gibt es aber auch einige anspruchsvollere Arten, die ebenfalls keinesfalls
Anfängerfische sind. Besonders die zahlreichen Formen aus dem Rio
Negro-Gebiet, die zumeist Schwarzwasser-Bewohner sind, sind relativ heikel
und fürs Gesellschaftsaquarium kaum geeignet. Sie sollte man am besten im
Artbecken mit weicherem, saurem Wasser (pH 4,5-6,0) pflegen. Zu diesen sehr
spezialisierten Arten gehören z.B. die gelegentlich über Manaus oder aus
Kolumbien importierten Apistogramma mendezi, A. uaupesi, A.
gibbiceps, A. pertensis und A. sp. „Blutkehl“. |
Apistogramma sp. „Blutkehl“ |
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Tropheus –
Könige des Tanganjika-Sees |
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Ostafrikanische
Buntbarsche sind als robuste Aquarienpfleglinge bekannt. Bei richtiger Pflege
sind auch die Tropheus-Arten sicherlich äußerst robuste Pfleglinge.
Leider wissen jedoch viele Aquarianer über die Bedürfnisse dieser Fische
nicht Bescheid. Tropheus-Arten sind äußerst spezialisierte
Aufwuchsfresser, die den Felsbereich des Tanganjika-Sees abweiden und dabei
neben Algen auch noch die darin enthaltenen Kleinstlebewesen aufnehmen. Der
Verdauungstrakt dieser Tiere ist genau auf diese Nahrung abgestimmt, falsche
Ernährung macht sie auf Dauer krank. Leider fressen die Tiere alles
Angebotene und können nicht unterscheiden, was gut und was schlecht für sie
ist. Eine Vergesellschaftung dieser Fische mit fleischfressenden Arten ist
deshalb nur schlecht möglich. Am besten sind diese Tiere im Artbecken oder in
Gesellschaft mit Fischen zu pflegen, die ähnliche Ansprüche haben (z.B. Eretmodus,
Spathodus). |
Tropheus moori „Kaiser-Kiriza“ |
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Labyrinthfische für Spezialisten |
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Auch
unter den Labyrinthfischen gibt es Arten mit sehr unterschiedlichen
Ansprüchen. Während Arten wie der Siamesische Kampffisch (Betta splendens)
oder viele Fadenfisch-Arten (Trichogaster, Colisa) sogar noch
in sehr warmen, sauerstoffarmen und organisch belasteten Gewässern überleben
können, sind einige Labyrinthfische ausgesprochen stark spezialisiert und
wenig anpassungsfähig. Besonders die zahlreichen Schwarzwasserformen, wie die
kleinen Zwerg-Guramis der Gattung Parosphromenus, die kleinen roten
Kampffische (Betta coccina und Co.), der Spitzkopfgurami (Ctenops
nobilis) sowie der allseits bekannte Schokoladen-Gurami (Sphaerichthys
osphromenoides) sind keine Anfängerfische. Sie haben besondere Ansprüche
ans Wasser (pH-Wert sauer, Weichwasser) und sollten zumeist nicht zu warm
gepflegt werden. |
Sphaerichthys osphromenoides |
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Orangesaumwelse oder Golden
Nuggets |
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Die
Orangesaumwelse der Gattung Baryancistrus (L18, L81 und L177) stammen
allesamt aus dem Flusssystem des Rio Xingu in Brasilien. Da es sich um
relativ preiswerte Harnischwelse handelt, die außerdem auch noch
ausgesprochen hübsch sind, ist ihre Beliebtheit groß. Der geringe Preis
dieser Tiere ist darauf zurückzuführen, dass es sich um Fische des
Flachwassers handelt, die im Gegensatz zu anderen Arten (z.B. dem Zebrawels Hypancistrus
zebra) einfach zu fangen sind. Allerdings sind die Harnischwelse der sehr
warmen, schnell fließenden Flachwasserbereiche der zentralamazonischen Flüsse
in vielerlei Hinsicht anspruchsvoll. Sie sind höhere Temperaturen bei
gleichzeitiger hoher Sauerstoffanreicherung des Wassers gewohnt.
Aufwuchsfressende Arten, wie es die Orangesaumwelse sind, weiden außerdem
nahezu den gesamten Tag über den Aufwuchs von den Steinen ab und haben dem
entsprechend einen sehr hohen Stoffwechsel. Bei der Pflege dieser Fische ist
also darauf zu achten, dass mehrmals täglich mit vor allem vegetarischer Kost
(Gemüse, Pflanzenflocken oder Grünfuttertabletten) gefüttert wird und dass
die Temperatur etwa 27-30 °C betragen sollte. Eine gute Belüftung des Wassers
und ein regelmäßiger Teilwasserwechsel sind außerdem wichtig für das
Wohlbefinden der Tiere. Unter falschen Bedingungen stagniert das Wachstum der
Orangesaumwelse fast völlig und die Tiere sind anfälliger gegenüber
Krankheiten. |
Baryancistrus sp. (L18) Baryancistrus sp. (L177) |
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Weißsaum-Antennenwelse |
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Die
beliebten Weißsaum-Antennenwelse (Ancistrus sp. L183) aus dem Rio
Negro-Gebiet in Brasilien gehören ebenfalls zu den anspruchsvolleren
Zierfisch-Arten. Als Bewohner von Schwarzwasser-Lebensräumen mit sehr niedrigem
pH-Wert und kaum noch nachweisbarer Härte des Wassers, bereitet diesen Tieren
die Eingewöhnung in unserem Leitungswasser häufig die größten Probleme. Durch
Zugabe von Osmose-Wasser und Filterung über Torf lässt sich den Tieren ein
geeignetes Millieu schaffen, in dem sie sich wohl fühlen. Durch die Zugabe
von Torf verringern wir die Keimzahl im Aquarium und stärken somit die
Immunabwehr der Tiere, die eine so hohe Keim-Dichte aus ihren natürlichen
Lebensräumen gar nicht gewohnt sind. Zur Zucht dieser hübschen Welse ist
weicheres Wasser im sauren pH-Bereich ohnehin die wichtigste
Grundvoraussetzung. |
Ancistrus sp. (L183) |
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Gebänderte Zwergharnischwelse |
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Auch
die gebänderten Zwergschilderwelse aus der noch nicht lange existierenden
Gattung Zonancistrus sind häufig typische Schwarzwasserbewohner.
Zonancistrus pulcher (L168) aus Brasilien und Zonancistrus sp. aff. pulcher
(L52) aus Kolumbien, die auch unter der Bereichnung „Butterfly Peckoltia“
bekannt sind, kommen jedoch auch in Klarwasserbiotopen vor und sind dem
entsprechend anpassungsfähiger als die zuvor beschriebenen Harnischwelse.
Eine Pflege ist auch in härterem Wasser oft problemlos möglich, allerdings gelingt
die Zucht fast nur in weichem, saurem Wasser. Alllerdings zeigen die Tiere
bei Pflege in Leitungswasser nur selten ihre Prachtfärbung, die der des
Zebrawelses in nichts nachsteht. Dabei können es so schöne Fische sein. Sehen
sie selbst! |
Zonancistrus pulcher (L168) |
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Sandbewohnende
Harnischwelse |
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Mittlerweile
gelangen auch regelmäßig Harnischwels-Arten zu uns, die als ausgesprochene
Sandbewohner diesen Untergrund auch unbedingt benötigen. Es gibt unter diesen
maulbrütenden Harnischwelsen so extrem angepasste Formen, wie z.B. die
Flunderharnischwelse der Gattung Pseudohemiodon, die sich mit dem
Gelege im Boden vergraben. Sandboden ist für sie absolut unentbehrlich. Auf
Kiesboden kommt es leicht zu Verletzungen und der natürliche Trieb zum
Vergraben kann nicht ausgelebt werden. Für diese fast wehrlosen Fische, die
sich voll auf ihre gute Tarnung verlassen, können aufdringliche Beifische,
wie z.B. die kleinen Otocinclus-Welse, zu einer Lebensbedrohung
werden. Gerne weiden diese nämlich die Schleimhaut der Fische ab, wodurch sie
schutzlos den Krankheitserregern ausgesetzt werden und nach kurzer Zeit
verenden können. |
Planiloricaria cryptodon |
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Panzerwelse mit
südlichem Vorkommen |
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Die größte Vielfalt an Panzerwelsen findet man im zentralen
Amazonien. Die dort vorkommenden Arten sind von Natur aus höhere
Wassertemperaturen gewohnt und können deshalb zumeist problemlos bei den in
den meisten Gesellschaftsaquarien vorherrschenden Wassertemperaturen von
24-29 °C gepflegt werden. Zu den beliebtesten Panzerwelsarten gehören jedoch
auch einige Formen aus dem südlicheren Südamerika (z.B der Marmor-Panzerwels Corydoras
paleatus), die von Natur aus dauerhaft so hohe Temperaturen nicht gewöhnt
sind. Während der Marmor-Panzerwels als äußerst anpassungsfähige Art nahezu
spielend mit den verschiedensten Umgebungsbedingungen zurecht kommt, sind
andere Arten des Südens heikler und sollten am besten bei Zimmertemperatur
gepflegt werden (18-24 °C). Dazu gehört der hübsche Schabracken-Panzerwels (Corydoras
barbatus) sowie Corydoras ehrhardti. |
Corydoras barbatus |
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