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Sommer 2003 – Fische für kleinere Aquarien

Auch während der heißen Sommermonate, in denen die aquaristischen Aktivitäten ja bekanntlich etwas eingeschränkt sind, kommen von Zeit zu Zeit bei den Importen durch die Erschließung neuer Fanggebiete seltene und neue Fische herein. Dieses Mal möchten wir Ihnen einige Fischzwerge vorstellen, die sich vor allem für eine Pflege in kleinen Aquarien eignen:

 

 Azurblauer Zwergsalmler (Tyttocharax tambopatensis)

Ein sehr interessanter Zwergsalmler wurde vor kurzer Zeit erstmalig von aqua-global importiert, der gerade erst von Arendt im Aquaristik Fachmagazin Nr. 175 vorgestellt wurde. Demnach handelt es sich um Tyttocharax tambopatensis, einen maximal nur etwa 2 cm großen Samler aus der Unterfamilie Glandulocaudinae der Familie Characidae, der aus dem Río Tambopata im Süden von Peru stammt. Diese Art zeichnet sich wie andere Glandulocaudinen durch einen bemerkenswerten Geschlechtsunterschied aus. Die etwas hübscheren und größer werdenden Männchen besitzen an beiden Seiten des Schwanzstiels eine gut sichtbare Drüse, über die sie einen Sexual-Lockstoff ausstoßen können. Es ist zu vermuten, dass auch diese Art wie andere Vertreter dieser Unterfamilie eine innere Befruchtung besitzt. Gefüttert werden sollten die Fischzwerge am besten mit feinem Lebend- und Frostfutter in Form von Salinenkrebs-Nauplien, Cyclops, Grindal etc.

Tyttocharax tambopatensis

 Orangeflossen-Zwergtetra (Hyphessobrycon sp. aff. amandae)

Über einen Exporteur aus dem nordostbrasilianischen Bundesstaat Amapá importierte aqua-global einen offensichtlich neuen kleinen Salmler, der als Feuertetra (Hyphessobrycon amandae) deklariert worden war. An die Feuertetras erinnern diese hübschen Fische bezüglich ihres Körperbaus und der Beflossung auch wirklich sehr stark, nur sind sie deutlich anders gefärbt. Im Gegensatz zu H. amandae ist nicht der gesamte Körper rötlich gefärbt. Lediglich die Flossen sind beim Orangeflossen-Zwergtetra, wie wir diesen kleinen Fisch getauft haben, kräftig orange gefärbt. Des weiteren besitzt die Rückenflosse einen schwarzen Fleck, den man beim Feuertetra ebenfalls nicht findet. Da Weibchen bereits mit weniger als 1,5 cm Länge einen deutlichen Laichansatz ausbilden, scheint es sich wirklich um einen Zwergtetra zu handeln.

Hyphessobrycon sp. aff. amandae

 San-Pablo-Salmler (Nanocheirodon insignis)

Von reisenden Aquarianern wurde dieser hübsche kleine Salmler vor einigen Jahren in Venezuela entdeckt und dann auch erstmalig nach Deutschland eingeführt. Er erwies sich infolge als relativ einfach zu vermehren und wurde so relativ schnell unter den Salmler-Liebhabern verbreitet. Zarske identifizierte diesen Salmler als Nanocheirodon insignis, eine Art, die ursprünglich aus dem Río Cauca in Kolumbien beschrieben wurde. Mit ihrem von zwei kleinen weißen Flecken umrandeten schwarzen Schwanzstiel-Fleck besitzt die Art eine Färbung, wie sie in ähnlicher Form auch von vielen Arten der verwandten Gattungen Serrapinnus und Odontostilbe gezeigt wird. Bei N. insignis sind die Flossen der Männchen jedoch ansonsten rot, wodurch die Art sehr leicht identifiziert werden kann. Diese hübsche Färbung zeigen die Tiere allerdings nur, wenn sie sich wohl fühlen.

Nanocheirodon insignis

 Axelrods Bärbling (Sundadanio axelrodi), grüne Farbform

Einer der hübschesten kleinen Bärblinge und sicherlich ein kleines Juwel ist Sundadanio axelrodi. Erst 1999 wurde von Kottelat und Witte die Gattung Sundadanio für diese Art aufgestellt, die bis dahin der Gattung Rasbora zugerechnet wurde. Wie der Gattungsname bereits vermuten lässt, stammt S. axelrodi von den großen Sundainseln (Sumatra, Borneo) und einigen kleineren Nebeninseln. Axelrods Bärbling gibt es in verschiedenen Farbformen, vor allem eine grüne und eine rote Farbform werden unterschieden. Die Geschlechter lassen sich bei diesen Tieren an der Form und der Färbung der Afterflosse unterscheiden. Bei den Männchen ist diese etwas größer und am Ende schwarz gefärbt. S. axelrodi sollte nach Möglichkeit in weichem, leicht saurem Wasser bei Wassertemperaturen von 22-26 °C gepflegt werden. Die Art erreicht eine Länge von etwa 23-25 mm.

Sundadanio axelrodi

 Rückenstreifen-Zwergpanzerwels (Corydoras osteocarus)

Ein nur relativ selten importierter Panzerwels ist Corydoras osteocarus, der in Venezuela und Surinam vorkommt. Auch diese Art kann mit etwa 4 cm Gesamtlänge zu den Zwergen innerhalb der Gattung gezählt werden, wenngleich sie auch etwas größer wird als die bekannteren Zwergpanzerwelse C. pygmaeus und C. hastatus. Auch die Lebensweise von C. osteocarus ist etwas unterschiedlich, denn man trifft die Art im Gegensatz zu diesen beiden Panzerwels-Zwergen nur selten im Freiwasser an. Der Rückenstreifen-Zwergpanzerwels ist ein friedlicher Schwarmfisch, der in nicht zu hartem Leitungswasser sehr gut zu pflegen und sogar zu vermehren ist. Allerdings ist die Nachzucht dieses Panzerwelses aufgrund der geringen Eizahlen nicht sonderlich produktiv. Die Weibchen werden bei C. osteocarus geringfügig größer als die Männchen, die deutlich zierlicher sind.

Corydoras osteocarus

 Deltaflügel-Zwergwels (Hara jerdoni)

Dieser kleine asiatische Wels erinnert in seinem Verhalten rechts stark an die südamerikanischen Bratpfannenwelse, mit denen Hara jerdoni auch einiges gemeinsam hat. Lässt man ihn aus dem Kescher ins Wasser gleiten, so sinkt er häufig unbeweglich zu Boden. Aber auch ansonsten sind diese nicht einmal 4 cm groß werdenden Zwergwelse tagsüber nicht unbedingt sehr bewegungsfreudig und halten sich gerne zwischen den Blättern von Pflanzen auf. Lediglich bei der Fütterung werden sie munter, wobei sie feines Lebend- und Frostfutter bevorzugen. Die Art ist in Indien und Bangladesh verbreitet, wo sie sowohl in langsam fließenden Bächen mit sandigem Untergrund als auch in größeren Flüssen vorkommt. Sie fühlen sich in weichem bis mittelhartem Wasser mit einem pH-Wert im Bereich von 6,0-8,0 sehr wohl, das nicht zu warm sein sollte. Die Vermehrung von Hara jerdoni, der auch Deltaflügel-Zwergwels oder Hubschrauberwels genannt wird, ist bereits im Aquarium gelungen.                                      

Hara jerdoni

 Glas-Zwerggrundel (Gobiopterus chuno)

Eine interessante und sehr ungewöhnliche kleine Grundel ist Gobiopterus chuno, die Glas-Zwerggrundel. Mit einer maximalen Länge von etwa 3,5 cm gehört sie zu den ausgesprochenen Zwergen und ist dem entsprechend besonders für kleine Aquarien und eine Vergesellschaftung mit friedlichen Beifischen gut geeignet. G. chuno ist ausgesprochen weit verbreitet und soll in Bangladesh, Indien, Myanmar, Singapur, auf der Malayischen Halbinsel sowie in Indonesien vorkommen, wo sie sowohl brackige als auch reine Süßgewässer bewohnt. Die Glas-Zwerggrundel sollte bei Wassertemperaturen von 22-26 °C gepflegt werden. Problematisch ist lediglich die Fütterung, denn diese Fische benötigen zumindest bis zur Gewöhnung an Frostfutter lebende Nahrung. Ideal sind Salinenkrebschen, die sehr gerne gefressen werden.

Gobiopterus chuno

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